«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Mittwoch der 5. Osterwoche
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Cyrill von Alexandrien (380 - 444), Bischof und Kirchenlehrer
Kommentar zum Johannesevangelium, 10,2

„Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht“

Der Herr sagt..., dass er selbst der Weinstock ist, um uns zu lehren, uns in seiner Liebe zu verankern, und um uns zu zeigen, wie viele Vorteile wir aus der Vereinigung mit ihm ziehen. Und er vergleicht mit den Reben diejenigen, die mit ihm vereint sind, ihm irgendwie gleichgeworden sind und in ihm verankert sind: Sie haben schon „an der göttlichen Natur Anteil erhalten“ (2Petr 1,4) dadurch, dass sie den Heiligen Geist empfangen haben. Denn sein Heiliger Geist ist es, der uns mit Christus, dem Erlöser, vereint...
Und tatsächlich haben wir von ihm und in ihm die Wiedergeburt empfangen, und zwar im Geist, um Früchte des Lebens zu tragen; nicht etwa des alten und überholten Lebens, sondern des durch den Glauben und die Liebe zu ihm erneuerten Lebens. Bleiben wir in diesem Stand, in gewisser Weise an Christus angeheftet, dem geheiligten Gebot verbunden, das uns gegeben ist - koste es, was es wolle. Strengen wir uns an, die Wohltaten dieses Adels zu bewahren, das heißt auf keinen Fall „den Heiligen Geist zu beleidigen“ (Eph 4,30), der Wohnung genommen hat in uns und durch den offenkundig wird, dass Gott in uns wohnt...
So wie die Wurzel des Weinstocks den Reben ihre naturgegebene Qualität weitergibt und an sie austeilt, was ihr eigen ist, so gibt das Wort, der einzige Sohn Gottes, des Vaters, den Heiligen eine... Verwandtschaft zu seiner Natur, indem er ihnen den Geist schenkt, und zwar vor allem denen, die ihm verbunden sind im Glauben und durch eine vollkommene Heiligkeit. Er nährt sie und lässt ihren Eifer wachsen, er entwickelt in ihnen die Wirkkraft der Tugenden und jedweder Güte.



 
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