«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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2. Fastensonntag
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Ephräm (um 306 - 373), Diakon in Syrien und Kirchenlehrer
Opera Omnia, S. 41

„Das ist mein geliebter Sohn“

Simon Petrus sagte: „Herr, es ist gut, dass wir hier sind!“ Was sagst du da, Petrus? Wenn wir hier bleiben, wer soll dann die Vorhersagen der Propheten erfüllen? Wer soll die Worte der Herolde  besiegeln? Wer wird das Mysterium der Gerechten zu Ende führen? Wenn wir hier bleiben, in wem sollen sich die Worte erfüllen: „Sie habe mir Hände und Füße durchbohrt“? Von wem handeln die Worte: „Sie haben meine Kleider unter sich verteilt und das Los um mein Gewand geworfen“? (Ps 21, 17. 19; Joh 19, 24) In wem wird sich erfüllen, was der Psalm ankündigt: „Sie gaben mir Gift zu essen, für den Durst reichten sie mir Essig“? (Ps 69, 22; Mt 27, 34; Joh 19,29) Auf wen soll der Ausdruck zutreffen: „Freigelassen unter den Toten“ (Ps 87, 6 hebr)? Wie sollen meine Verheißungen wahr werden, wie soll die Kirche erbaut werden?

Und weiter sagt Petrus: „Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija“. Petrus ist gesandt, in der Welt die Kirche zu erbauen, und möchte auf dem Berg drei Hütten errichten. Er sieht in Christus noch immer nur den Menschen, er stellt ihn mit Mose und Elija gleich. Jesus zeigt ihm aber bald, dass er keine Hütte braucht. Er war es ja, der 40 Jahre lang für die Väter ein Wolkenzelt erbaut hatte, als sie sich in der Wüste aufhielten (Ex 40, 34).  

„Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie“. Siehst du es, Simon, dieses Zelt, das ohne jede Mühe errichtet ist? Es hält die Hitze fern, ohne dass es deshalb dunkel würde, ein leuchtendes, schimmerndes Zelt. Noch während die Jünger staunten, rief aus der Wolke die Stimme des Vaters: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe, auf ihn sollt ihr hören!“... Der Vater ließ die Jünger wissen, dass die Mission des Mose erfüllt war. Von nun an müssen sie auf den Sohn hören. Auf dem Berg offenbarte der Vater den Aposteln, was ihnen verborgen war: „der Ich-bin-da“ offenbarte den „Ich-bin-da“ (Ex 3, 14), der Vater gab seinen Sohn bekannt.  



 
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